Bei der Präsentation unserer 17 Sekunden langen Animationen aus dem Modul „Timebased Media“ sagte unser Dozent während der Besprechung etwas, das mich ein Bisschen zum Nachdenken brachte.
Es gab 21 verschiedene Ansätze für eine Animation von zwei Buchstaben über 17 Sekunden. Während der Vorführung gab es unterschiedliche Reaktionen. Bei manchen wurde gelacht oder gestaunt, andere, ästhetisch nicht weniger wertvolle Arbeiten, wurden schweigend und ohne grosse Reaktion betrachtet.
Der Dozent meinte nun, dass er Letztere mindestens genau so gut fände (wenn nicht sogar besser). Und zwar deshalb, weil man diese mehrmals ansehen kann und sie nicht langweilig werden weil man, wie es bei den Narrativen Ansätzen der fall ist, beim zweiten mal ansehen, das Ende schon kennt.
Mir schoss der Gedanke durch den Kopf, dass wir diese Animationen gar nicht so oft ansehen werden als das es langweilig werden würde, und dass einem schlussendlich die narrativen Arbeiten oder diejenigen welche technisch überraschend sind in Erinnerung bleiben würden (und auch geblieben sind).
Mein Gefühl sagte mir, dass ich nicht einverstanden mit dem Dozenten war, wobei ich auch nicht sofort sagen hätte können wieso nicht. Vielleicht nur weil mein Ansatz Narrativ war… Andererseits will man ja mit seiner Arbeit in Erinnerung bleiben. Und heutzutage, wo diese Filmchen so schnell hergestellt werden können (ich mein, wir hatten zweieinhalb Tage zeit.) werden diese Videos überhaut oft genug angesehen um Langweilig zu werden? Muss man nicht, da Morgen sowieso hundert neue Videos auf Youtube erschienen sind, mit aller Macht versuchen, beim ersten Ansehen so viel Aufmerksamkeit wie möglich zu erlangen? Um damit zu erreichen, dass die eigene Animation weitergereicht und rumgezeigt wird? Und nicht gleich von den Neuerscheinungen verschüttet wird?
Ich bin zu dem Schluss gekommen diese Art von Animationen, quasi die „Youtube-Animationen“ (auch wenn das eine enorme Abwertungen der Selben ist), heutzutage nur einmal max. zweimal angesehen werden. Das ist anders als früher, als eine Animation am Tricktisch auf Film belichtet wurde. Damals war das eine Arbeit von Wochen und war daher seltener. Das Video wurde also mehrmals gesehen und es war durchaus von Vorteil, wenn es auch beim zweiten mal ansehen noch schön und spannend war.
Anders als die Animationen die im Sekundentakt auf Youtube geladen werden. Es sind viel zu viele Filme vorhanden, als das man sie alle sehen könnte. Somit muss ein Clip schon beim ersten Mal ansehen vollkommen überzeugen, da er sonst womöglich schon vor dem Ende Abgebrochen wird.
Bei der Werbung, wo solche Spots Professionell eingesetzt werden, muss es somit sehr viel härter geworden sein etwas gutes zu Produzieren.
Nach meiner oberen Erkenntnis müsste also Narrative Werbung besser funktionieren. Tatsächlich kann ich mich an die Narrative Werbung, die vor dem letzten Kinofilm den ich gesehen habe, gezeigt wurde erinnern und habe sogar über deren Witz gelacht. Ich weiss auch noch für was geworben wurde – Voller erfolg also.
Andererseits kann ich mich an eine Zeit erinnern in der ich noch bei meinen Eltern gelebt habe und wir da einen Fernseher hatten. Damals ist mir die Werbung im Kino nicht einmal aufgefallen, da ich sie aus dem TV schon kannte. Dort läuft jeder Werbespot Tag täglich X mal rauf und runter. Was doch eigentlich sehr schlechte Vorraussetzungen sind für Narrative Werbung. Trotzdem funktioniert sie wohl besser, denn sonst gäbs nicht so viele.
Schöne ästhetische Werbung ohne eine Geschichte, die am besten Technisch auffällt bräuchte das TV. Meiner Meinung nach, könnte man damit am meisten erreichen. Da sie schön anzusehen ist, und auch bei einem zweiten und dritten mal nicht Nervt.
Im Kino allerdings wo auch Menschen ohne Fernseher erreicht werden (wie ich zum beispiel) ist narrative Werbung wahrscheinlich besser.
Schlussendlich behaupte ich immer noch, dass mein Dozent unrecht hatte. Jedenfalls stimmt seine Aussage meiner Meinung nach heutzutage nicht mehr für diese Art von Animation. Früher war das mal so, heute allerdings höchstens noch in einem künstlerischen Kontext und dafür braucht man mehr als zwei Tage oder eine Ausstellung, oder beides. Wie man weiss kann ja alles Kunst sein im richtigen Kontext.
Damit will ich das hier abschliessen, euch zum Schluss aber meine ersten Ergebnisse mit Apple Motion nicht vorenthalten. 17 Sekunden, zwei Buchstaben. Action.
Ach ja, der Ton durfte und wurde auch nur mit dem Mund erzeugt ^^
